Ab wann drehen sich Babys eigentlich?

In diesem Video lässt die 35-jährige Tila Levi ihr 11 Monate altes Baby auf dem Wickeltisch nur kurz aus den Augen. Als es runterfällt, ist zum Glück der große Bruder da und fängt sein Geschwisterchen.

Dieses Video ist inzwischen sehr bekannt – auf der anderen Seite ist bei Weitem nicht bekannt genug wie häufig solche Unfälle passieren bei denen die Babys von Betten oder Wickeltischen fallen.

In unseren Gesprächen mit Experten, klagen dieses immer wieder darüber dass gerade Eltern die das erste Kind bekommen, die Gefahr unterschätzen und die eigene Aufmerksamkeit, nach schlaflosen Nächten, überschätzen.

Sturz vom Wickeltisch

In unseren Gesprächen mit Eltern die bereits ein Kind haben, hört man die schaurigsten Geschichten über Stürze vom Wickeltisch oder vom Bett. Nach unzähligen Gesprächen mit unseren Kunden, Hebammen und Ärzten bestätigen die Erzählungen das was man auch in Studien findet:

Die häufigsten Stürze vom Wickeltisch ereignen sich im 3-4 Lebensmonat des Kindes. Das ist die Zeit wenn sich Babys für gewöhnlich das erste Mal drehen. Es gibt zwar auch noch einige Fälle wenn die Babys älter und deutlich beweglicher sind, das ist aber deutlich seltener.

Was im ersten Moment seltsam erscheint: “Wieso sollten Babys die langsamer und noch nicht so beweglich sind, häufiger herunterfallen?” hat aber einen ganz logischen Hintergrund.

Als Eltern ist speziell die Anfangszeit mit dem Nachwuchs anstrengend und oftmals chaotisch. Am Anfang haben die Kleinen noch keinen richtigen Tag / Nacht Rhythmus. Das mit dem Trinken funktioniert oftmals auch nicht wie man sich das als Eltern wünscht, das bedeutet aber auch dass die Kleinen ständig Hunger haben. Zu diesen zwei großen Themen kommen noch diverse Neuigkeiten die man das erste Mal im Leben macht. Der massive Schlafmangel erleichtert einem das Leben auch nicht zwingend.

Über die Anfangsmonate lernt man sich dann gegenseitig besser kennen und ist froh um jedes Stück Routine das einem das Leben erleichtert. In dieser Zeit lernen wir als Eltern das verschiedene Heulen unserer Kinder zu unterscheiden, um besser einschätzen zu können ob sie nun Hunger haben oder Schmerzen haben. Dann pendeln sich auch Zeiten für Essen und Schlafen ein. Woran wir uns auch ganz automatisch gewöhnen ist dass die kleinen ganz entspannt auf dem Rücken liegen wenn sie gewickelt werden. Als Menschen sind wir dafür gemacht Muster zu erkennen und diese zu nutzen, das ist einer der wesentlichen Gründe weswegen wir als Gewinner aus dem Rennen der Evolution hervor gegangen sind. Diese Fähigkeit hat aber auch zur Folge dass wir uns unterbewusst merken dass unsere Kinder immer ganz entspannt auf dem Rücken liegen. Genau so passiert es das Babys am häufigsten von Wickeltisch und als nächstes von Betten stürzen.

Baby vom Bett / Wickeltisch gefallen

Der nächste Trugschluss ist der Glaube dass wenn sich ein Kind mal dreht dann nur seitlich so dass sie zwar irgendwann gegen die seitlichen Schutzwände der Wickelkommode stoßen, aber weiter nichts passiert. Wenn Babys sich das erste Mal drehen, dann ist das keine seitliche Bewegung sondern sie rollen um Kreis. Mit den Fußzehen berühren sie nahezu den Mittelpunkt des Kreises. Jetzt ist die Auflagefläche weder von Betten noch Wickelkommoden groß genug, was dazu führt dass sie meistens mit dem Kopf als erstes die Kante erreichen und Kopfüber herunterstürzen.

Wir haben viel Zeit mit den Statistiken und Folgen dieser Unfälle verbracht, deswegen wollen wir Ihnen die Auflistung von möglichen Folgen an dieser Stelle ersparen und einfach festhalten dass so ein Vorfall um jeden Preis zu verhindern ist.

 

Später dann wenn die Kleinen dann älter sind, sind sie in der Tat deutlich agiler, dann sind wir Eltern auch darauf eingestellt. Wie bereits erwähnt gibt es auch dann noch vereinzelt Unfälle weil die Kleinen so aktiv sind dass sie einem durch die Hände gleiten. Hier spielt allerdings auch die schwere der Unfälle einen wesentlichen unterschied. Um so älter die Kinder sind, desto robuster sind sie und stecken solche Stürze deutlich besser weg als noch einige Monate zuvor.